Wie kamen die Zwerge nach Wrocław?

Die Zwerge aus Wrocław haben sich schon so fest in das regionale Landschaftsbild eingenistet und sind mit den Bewohnern so eng befreundet, dass sich nur noch wenige fragen: wo kommen die eigentlich her? Die Antwort ist weder einfach noch eindeutig, die Wahrheit kennt wohl nur Papa Zwerg, es gibt aber einige ziemlich wahrheitsgetreue Theorien…

Wrocławs Ahnherren

Die Forscher der zwergischen Genealogie haben eine Chronik der Zwerge gefunden, in der sie eine erstaunende Notiz fanden: der erste Zwerg, der auf der Erde gesichtet wurde, erschien auf Wrocławer Boden! Niemand weiß, woher er kommt, aber genau hier in Niederschlesien beschloss er sich niederzulassen. Im Laufe der Jahre wuchs die Familie Papa Zwergs und an der Oder nahm die Zahl der kämpferischen, mutigen und starken Zwerge zu. Erst viele Jahre später tauchten in der Siedlung Menschen auf. Zum Glück durchlief alles ohne Konflikte und Streit um Macht und Einflüsse. Groß und Klein gefielen einander direkt sehr gut und begannen mit gemeinsamen Kräften die Stadt zu bauen, in der sie zusammen wohnen sollten. Nach Jahren, zur Ehre der großen Anstrengungen, die die Zwerge in den Bau der wichtigsten Denkmäler der Altstadt  investierten, benannten die Bewohner die Stadtviertel nach ihren Namen. Und so kommt Biskupin vom Biskupik (Bischofswalde), Sępolno (Zimpel) vom Sępik, Szczepin (Tschepine) vom Szczepik, Oporów (Opperau) vom Opornik usw. …

Also, wenn euch irgendwann jemand fragen sollte, wie der älteste Wrocławer heißt, antwortet Ihr ohne nachzudenken: Papa Zwerg!

Der Koboldbezwinger

Letztens hat es sich herausgestellt, dass die Zwerge in Wirklichkeit gar nicht an die Oder migrieren mussten, nicht vor vielen Jahrhunderten. Laut den neuesten Forschungen haben die Bewohner Wrocławs vor langer Zeit die Zwerge selbst um Hilfe gebeten. Sie konnten nämlich nicht mit dem Oderkobold, dessen Ehrensache es war anderen den Spaß am Leben zu verderben, zurechtkommen. Und so realisierte er Tag für Tag seine niederträchtigen Pläne: er lockte die Tauben über die geparkten Autos, versteckte Brillen und spuckte sogar in die Suppen! Er war klein, raffiniert und schnell und so konnte er mühelos sogar den gewandtesten Menschen überlisten. Ganz was anderes- einen Zwerg!

Die Zwerge, allgemein bekannt für ihre Güte und ihren Edelmut, dachten keinen Augenblick über die Bitte der Wrocławer nach. So schnell wie möglich machten sie sich auf den Weg nach Niederschlesien. Sie kamen gleich in einer ganzen Scharr an, da sie es nicht gewohnt sind sich im Alleingang zu bewegen. Blitzschnell rechneten sie sich mit dem Taugenichts ab um warfen ihn in einen Kerker im Eulengebirge. Der Zwerg Halabardnik hielt von nun an Wache und die Bewohner Wrocławs konnten erleichtert aufatmen. Aus Dankbarkeit für die geleistete Hilfe bot die Bürgerschaft den Zwergen an, sich in der „Stadt der hundert Brücken“ niederzulassen. Die Zwerge stimmten diesem Angebot gerne zu.

Jahrelang herrschte in Wrocław Stille, Menschen und Zwerge lebten friedlich miteinander. Als sie zum Anlass des Wrocławer Fest (24 Juni) anfingen, zusammen das prächtige Fest auf dem Marktplatz vorzubereiten, ist zu ihnen eine Nachricht aus dem Eulengebirge durchgedrungen: Der Kobold ist aus dem Kerker ausgebrochen! Er möchte den Bewohnern um jeden Preis die Pläne durchkreuzen und sie beim Feiern stören.

Sofort rief man den Krisenstab zusammen. Die besten Köpfe des Rates beschlossen: um den Kobold zu schnappen müssen wir auf Qualität nicht Quantität setzten. Statt die Jagd in ganzer Scharr zu beginnen, wählten sie Nettchen als denjenigen, der den Schuft stoppen soll. Sie hätten nicht besser auswählen können: Nettchen ist weit und breit für seinen angeborenen Optimismus und die Liebe zur Welt bekannt, seine gefährlichste Waffe ist jedoch sein hinreißendes Lächeln. Es sieht danach aus, dass bei der Abrechnung mit dem Kobold kein Blut vergossen werden muss. Im Übrigen, Ihr könnt selber prüfen wie es ihm geht und notfalls sogar helfen. Ihr geht einfach auf www.gra.krasnale.pl und nimmt am zwergischen Spiel teil.

Und an welche Theorie glaubt Ihr? Vielleicht habt Ihr Eure eigene? Zum Glück ist es mit den Zwergen so, dass jede Hypothese wahr sein kann, ohne die anderen auszuschließen. So ein kleines Wrocławer Phänomen.

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Wenn Ihr Papa Zwerg, Knasti, Nettchen oder einen anderen Zwerg besuchen wollt, hilft euch dabei unsere Zwergkarte!