Bräuche von Zwergen

Hilfe im Haushalt

Die Zwergen und ihnen ähnliche Wesen werden zu  den Schutzgeistern gezählt. Es sind kleine Betreuer, aber sehr erfolgreich und freundlich. Nach dem Volksglauben, beruht die Aufgabe von Zwergen darauf, dem Menschen bei Hausarbeiten zu helfen und sein Vermögen zu vermehren.

Dort, wo Zwerge wohnen, herrscht Wohlstand und Ordnung. Selbstverständlich beruht diese Hilfe auf gewissen Grundsätzen, in der Abhängigkeit von der Art und  Temperament des Zwergs. Sie arbeiten gewöhnlich nachts und während der Abwesenheit der Hausherren, und manchmal wie das Beispiel von Schraten, sie möchten geradezu bemerkt werden.

„Der Schrat sitzt gerne in der Nähe von den Wohnungen der Menschen, sucht die Nähe eines Menschen und möchte ich ihm einen Betreuer haben. Manchmal sogar drängt er sich  fast offen (…)” 30

Es ist nett zu feiern, indem man weißt, dass im Anwesen ein gewissenhafter kleiner Hausherr  herumwirtschaftet.

„Die Hausgeister haben die Arbeit anstatt des Hausherrn ausgeführt.  Bei einem Hausherrn im Dorf, wenn alle am Ostersonntag zur Ostermesse gingen, haben diese Geister Häcksel gesägt und Holz zerhackt. Ich habe selbst solchen Geist gesehen: er hatte Ochsengestalt,  stand im Garten und brüllte.” 31
„Die Zwergen haben das Vermögen vermehrt, indem sie an verschiedenen Haustätigkeiten z.B.  indem sie Pferde  gehütet haben”. 32

Es stellt sich heraus, dass sogar Bienenzüchter die Dienstleistungen von Zwergen genutzt hatten:

„Einen Hausbewohner haben gewöhnlich Imker gehabt. Er hatte auf Bienenstöcke,  Obstgärten aufgepasst und in der Landwirtschaft geholfen.” 33
Die Zwergen erinnern sich nett an die Einwohner der  Rozwadowa-Umgebung in „Geister und  Dämonen”:

„Für die Menschen sind rote Männchen sehr hilfsbereit; als sie aus dem Boden herausgingen, haben sie ihm früher oftmals in der Arbeit geholfen; oftmals haben sie  mancher Frau Butter gemacht und auf verschiedene Art und Weise den Menschen Gefälligkeiten erwiesen (…) Zwergen werden nie als boshafte Wesen dargestellt, die die Menschen stören; wenn sie sich zeigen bedeutet es immer eine Prophezeiung.” 34

Man hat auch von den Zwergen eine reale Hilfe bei der Erziehung von Waisenkindern erwartet, deshalb hat man oftmals über Witwer mit kleinen Kindern gesprochen:

„Das ist ein guter Mann, er wird nicht heiraten (das zweite Mal) und die Zwerge helfen ihm Weisenkinder zu erziehen”. 35

Nicht immer sind aller mit solcher Hilfe zufrieden.  Bei manchen erweckt sie Angst und wird mit  dunklen Kräften assoziiert.

„Das waren schlechte Geister. Sie haben den Gastgebern auf verschiedene Art und Weise geholfen z.B. sie haben auf Obst im Garten  aufgepasst. Wenn jemand zum anderen ging, die Äpfel mitzunehmen, konnte er so viele pflücken, wie viele er wollte, aber er konnte mit ihnen den Garten nicht verlassen. Er stand so im Obstgarten bis morgen, bis der Hausherr gekommen ist.  Dieser böse Geist hat ihn nicht losgelassen.” 36

Man sollte noch an einem sehr interessanten Motiv der Namensgebung den Zwergen in der Abhängigkeit von den Plätzen, die sie gehütet haben.  Solche Teilung der Tätigkeiten und außergewöhnliche Spezialisierung auf Hausdämone existierten noch am Ende des  XIX Jahrhunderts auf dem Gebiet des Großrußlands. Nach dieser Aufteilung  hat der Schweinestahlgeist für Schweinemast, der andere für Getreide, Badeanstaltgeist für Badeanstalt gesorgt, und andere  haben Getreide den Nachbarn gestohlen und seinem Hausherrn gebracht. 37
Wie man es sieht, nicht nur Menschen haben berufliche Spezialisierungen.

Unfaires Vermehren des Vermögens

Es passiert auch, dass  jene „Hilfe” dem Hausherr sich als gewöhnlicher Diebstahl erscheint.  Anstatt anständig an das Vermehren des Reichtums zu arbeiten, greift der Zwerg sehr oft zur Verletzung der Grundsätze des Strafgesetzbuches.

„Diese Geister gingen in der Nacht zu Nachbarn, haben ihm Hab und Gut gestohlen und haben zu seinem Hausherrn gebracht”. 38
„Über den Vogel,  Schrat  gibt es solche Meinung, dass er in den Speicher kommt, Getreide stehlt und während des Unwetters sich in die Wohnung drückt.  Wenn ihn hineinlässt, hat diesen Vorteil, dass durch ständiges Mitbringen Getreide verschiedener Sorte wird er reicher und mächtiger als andere sein  (…) Solcher Schrat verführt die Leute, indem er ihnen Geld,  Getreide, Butter mitbringt, derer Seelen er später mitnimmt, wenn sie seine Dienste annehmen.”39

„Erfahrener Schrat kann auch ein Dieb sein, und keine Kraft außer Kreuzzeichen ihn vom Stehlen bremsen kann; er nimmt alles, was er findet: Getreide, Speck, Geld, Leinen usw. bringt er seinen neuen Betreuern im Schnabel und  auf dem Schwanz”. 40

Für den Dienst und das Vermehren des Vermögens  fordern die Zwerge keine Zahlung, betrachten sie es sogar als Beleidigung  und verlassen in solchen Fällen den Hausherrn. 41

Sie sollen auch nicht  beschenkt werden, weil wie der Hausgeist aus „Officina Ferraria” entehrt weggehen.
Jedoch als Schutzdämonen mögen, wenn sich jemand um sie kümmert.  Der Hausherr, dem die Freundschaft mit ihnen wichtig ist, sollte sich um sie kümmern und ihnen bequeme Bedingungen des Weilens schaffen.

Schutz über Schätze

Es ist wert wieder an einen besonderen Schutzgeist zu erinnern nämlich an Schatzmeister.  Und obwohl es kein typischer Hausgeist ist, ist seine Tätigkeit eng mit dem Menschen verbunden.

In dem er Grubenschätze schützt, schützt er auch die Arbeitssicherheit und warnt die Bergarbeiter vor dem Unglück.  Sein Verhalten gegenüber dem Menschen ist jedoch sehr ambivalent.  Einerseits sorgt es um sie, indem er sie aus zugeschütteten Gängen, Feuer hinausführt oder indem er ihnen den Ausgangsweg zeigt.  Andererseits wird er in seiner Bosheit unberechenbar.

Er ist ein boshaftes, rachsüchtiges, unnachgiebig, unfreundlich zu den Menschen eingestellt, und besonders gefährlich für diese, die Grubenruhe  stören, fluchen und  verfluchen sowie  unfair, unzuverlässig, faul und  geizig (…) Besondere Lieblingsbeschäftigung dieses dämonischen Wesens ist   Herumführen vor allem von einsamen  Bergmänner in den  Labyrinthen  des Bergwerkes und  in Folge dessen ihr Hinausführen in entfernte „Leeren”, aus denen es schwer war, den richtigen Rückweg zu finden.” 42

Den Bergzwergen wird im Allgemeinen eine  wohlwollende Einstellung zu den Leuten:

„(…) sie sollen den Bergarbeitern bei der Ausführung von manchen Arbeiten helfen und sie vor der Gefahr der Katastrophen in Bergwerken schützen.  Jedoch von Zeit zu Zeit  zeigt sich auch ihre pfiffige Natur und dann sind sie fähig, den Menschen kleine Streiche spielen wie z.B.  Herausdrehen des Lampendochtes oder Verstecken eines Teiles der Bergbauausrüstung”. 43

Wohnung von Zwergen

Es ist schwer eine Art der Unterkunft zu bestimmen, die durch den Zwerg beansprucht wurde. Hinsichtlich der kleinen Körpergröße nimmt er Platz in Spalten, Löchern, Felsbockklüften, Spalten im Fußboden, in Kaminecken, als auch auf dem Dachboden und Scheunen ein.
„Die Zwerge sind Knirps, die entweder in  Erdspalten, Aufschüttungen  oder überall dort wohnen, wo  Gruben, Felsenhöhlen, Löcher sind.” 44

„Ihre Wohnung stellen gewöhnlich Öfen zum Brotbacken,  Kaminecken und Räume unter dem Kamin dar.” 45

„Der Schrat lebt am angenehmsten in Ruhe und Einsamkeit. Also bestimmt für ihn gewöhnlich den Platz auf dem Dachboden, der für eigene Sicherheit vor dem Auge der Schaulustigen bedeckt wird und man hält geheim, dass er existiert.  Manche halten den Geist im  leeren Fass, am Tag seine Öffnung zudeckend.” 46

Manche Quellen (z.B. W. Gaj-Piotrowski) geben an, dass die Zwerge vor allem im Wald leben, indem sie ihre Häuschen unter den Pilzen gebaut und mit Blättern zudeckt haben.  Nur manchmal  kamen sie in der Nähe von  menschlichen  Niederlassungen, vor allem an den alten Gebäuden absteigend. Sporadisch haben sie ihre Wohnungen in Stuben von nur guten Menschen  gegründet. Dann hausten sie in der Gruppe von traditionellen Öfen in der Nähe der Feuerstelle, wo Hausgemeinschaften gewöhnlich etwas zum Anzünden, Holz zum Anzünden gehalten haben. 47

Diese Beschreibung  ist sehr der märchenhaften Vorstellung der Niederlassungen von Zwergen ähnlich.  In der „Polnischen Volksdämonologie” L.J. Pełki kann man einen sehr interessanten Faden des Wohnens von Zwergen finden, der seine Wiederspiegelung in vielen, sogar gegenwärtigen Bräuchen und  gesellschaftlichen Verhalten hat:

„Sie sollten unter dem Ofen, unter der Eingangsschwelle ins Haus oder an der weitesten von der Schwelle gelegenen Ecke der Stube  wohnen.” 48

Die Wohnplätze der Zwerge waren so außergewöhnlich, dass bis heute gewisse mit ihnen verbundene Bräuche  überlebt haben. Jede Ecke und Schwelle sind immer noch z.B. im Hochzeitsbrauch anwesend, denn der Bräutigam seine Braut über die Schwelle rüber trägt oder in der Tradition des Aufhängens der Bilder  von Heiligen in der Stubenecke oder im Empfang der besonders ehrwürdigen Gäste am Tisch in der Wohnungsecke. 49

Anforderungen von Zwergen

Die Anwesenheit des Zwergs zu Hause ist mit gewisser Art „des Vertrags” verbunden, die für beide Seiten geltend ist. Der Zwerg vermehrt das Vermögen des Hausherrn, dieser sollte dagegen um den kleinen Helfer sorgen.

Wenn der Hausherr seinen Pflichten nicht nachkommt, wird der Zwerg weggehen, indem er oft das ganze Vermögen mitnimmt:

„Wer mit ihm nicht gut umgeht und  vernachlässigt, ihm recht zu machen, dann wird er von ihm verlassen, indem er ganzes Gut an einen anderen Ort, wo er übersiedelt.” 50

Die Sorge und den Zwerg wird vor allem dadurch ausgedrückt, dass man an einem bestimmten Platz Essen, sehr oft ein Spezialessen, das nach der Bestellung vorbereitet wurde, stehen lässt. Die Schutzdämone haben wir man es sieht verschiedene kulinarische Gelüste  und gewisse gastronomische Angewohnheiten.
„Dem Bösen, der den Wohlstand nach Hause brachte, musste einmal pro Woche  der Hirsebrei auf Milch gekocht werden.”51

„Der Hirsebrei, der nicht gesalzt wurde, wurde zum Dachboden gebracht und dort gestellt, wo sich dieser Geist am meisten aufgehalten hat.” 52

„Der Schrat fordert nur Bequemlichkeiten und gutes Umgehen für den Zeitraum seines Dienstes (…) Sein Lieblingsgericht sind (unter anderem, weniger bekannten Speisen) Klöße.” 53

„Der Hausherr hatte selbst den Hirsebrei für den Teufel gekocht und nicht gesalzt und er hat es selbst mit  im Topf sie ihm zum Dachboden gebracht. Wenn der Hausherr nicht da war, hat jemand anders den Hirsebrei gekocht und gesalzt, dann hat der Teufel  auf diese Person mit dem Topf mit dem Hirsebrei geworfen”. 54

„Man hat diesen Geistern für die Nacht  Speisen auf dem Tisch oder auf dem Offen gelassen”. 55

Die Leckerbissen von Zwergen war am meisten Grütze, Brot, Milch und frischer Butter.

„Die Gefäße mit Opferspeisen und Getränke wurde vor allem durch die Frauen an der Öffnung des Ofens zum Brotbacken, an der Fensterbank oder in der Ecke der Stube, im Dachboden, neben dem Brunnen, im Kuhstall  sowie im Garten  (gewöhnlich unter dem Fliederstrauch) gestellt.” 56

Nach L. J. Pełka” in den volkskundlichen Unterlagen vom des XIX Jahrhunderts wurde die Beschreibung des Brauches registriert, der im östlichen funktionierte nämlich Brotbacken zum Gedenken der Hausdämone.  Es fand statt in der Nacht während des Vollmondes. Vom ersten gebackenen Brotlaib  hat der Hausherr eine beträchtliche Scheibe abgeschnitten,  bestreute dick mit Salz und brachte in den Kuhstall. Hier legte er sie in die Futterkrippe, indem er folgendes Gebet aussprach: Hausgeist! Nehme von mir Brot und Salz, liebe meine Pferde und werden für sie gut. Ich werde dich auch lieben und für Dich gut sein.”57

Es kommt jedoch, dass der Hausherr seinen kleinen Hausbetreuer vernachlässigt.  Er sorgt auch um den Boden und  Bauernhof, und dazu wird er von Zwergen nicht gemocht.  Sie geraten dann in Zorn und beginnen sich an dem faulen Landwirt zu rächen:
„Sie haben sich sogar auf solche Art und Weise gerächt, dass sie in der Nacht in der Wohnung alles  zerbrochen haben”, „sie haben kleine Kinder geschlagen, die dann lange geweint haben”, „verursachten, dass Schweine krepiert sind”, „haben nach Haus Unglück verschiedener Art gebracht”, und sie haben auch „Bienenstöcke umgekippt, Heumieten zerstreut, Garben auf der gestapften Bodenfläche durcheinander geschmießen”. 58

„Solche Schlange konnte nicht getötet oder  hinaus gejagt werden, sondern im Gegenteil man sollte im üppiges Mahl hinterlassen und gut mit ihr umzugehen.  Wenn der Hausherr die Schlange vernachlässigt hat, ging er weg und man konnte im Bauernhof nicht zurechtkommen.  Die Schlagen haben sich gerächt, wenn sie vernachlässigt wurden. Zu Hause ging alles kaputt, man konnte Hühnchen, Kaninchen usw. nicht schützen.” 59

Am öftesten ist einfach für das Fehlen der Sorge das Verlassen eines ungastlichen Hauses und  verurteilen dieses Hauses nach dem Volksglaube zur Armut und  Misserfolg, deshalb waren die Zwerge so begehrte Einwohner der menschlichen Ansiedlungen und so stark hat man um ihr Gunst gebuhlt.

30 Ibidem, S. 132
31 Ibidem, S. 138
32 Ibidem, S. 138
33 Ibidem, S. 138
34 W. Gaj-Piotrowski, Duchy i demony, S. 96 (Geister und Dämone)
35 Ibidem, S. 97
36 Archiwum Katedry Etnografii i Etnologii Wydziału Humanistycznego Uniwersytetu im. M. Curie-Skłodowskiej w Lublinie (w) L. J. Pełka, Polska demonologia ludowa 37 L. J. Pełka, Polska demonologia ludowa, S. 25 (Archiv des Lehrstuhls Ethnographie und der Ethnologie der Humanistischen Universität namens M.Curie- Skłodowska in Lublin (w) L.J.Pełka, Polnische Volksdämonologie
38 Oskar Kolberg, Mazury Pruskie, s. 54-57 (w): L. J. Pełka, Polska demonologia ludowa, s. 138 (Oskar Kolberg, Preußische Masuren, S. 54-57 (w): L.J.Pełka, Polnische Volksdämonologie S. 138)
39 Ibidem, S. 138
40 Ibidem, S. 138
41 I. Malcher, Postać krasnoludka w polskiej demonologii ludowej, Polskie Towarzystwo Ludoznawcze, Wrocław 1999, s. 33 (Malcher, Zwergengestalt in der polnischen  Volksdämonologie, Polnische Volkskundliche Gesellschaft, Breslau 1999, S. 33)
42 L. J. Pełka, Polska demonologia ludowa, Warszawa, S. 115 (L.J.Pełka, Polnische Volksdämonologie, Warschau, S.115)
43 Ibidem, S. 115
44 O. Kolberg, Pomorze, s. 263 (w): L. J. Pełka, Polska demonologia ludowa, s. 131 (O. Kolberg, Pommern, S. 263 (w): L. J. Pełka, Polnische Volksdämonologie, S. 131)
45 Ibidem, S. 131
46 Ibidem, S. 133
47 W. Gaj-Piotrowski, Duchy i demony, s. 96 (W. Gaj-Piotrowski, Geister und Dämone, S. 96)
48 L. J. Pełka, Polska demonologia ludowa, s. 25 (L. J. Pełka, Polnische Volksdämonologie, S. 25)
49 Ibidem, S. 25-26
50 Ibidem, S. 136
51 Ibidem, S. 141
52 Ibidem, S. 141
53 Ibidem, S. 133
54 Ibidem, S. 140
55 Ibidem, S. 141
56 Ibidem, S. 26
57 Ibidem, S. 26
58 Ibidem, S. 141
59 Ibidem, S. 141-142

Text und Fotos im Artikel kommen von der vorherigen Version des Schaufensters und der Autor ist  Agencja Reklamowa Wanilia – Vanille-Werbeagentur.